Montag, 5. Juli 2021 | 21:30

Die kalten Ringe. Gesamtdeutsch nach Tokio 1964.

D 20, R: Thomas Grimm, FSK: 12 | Dokumentation

Ein Filmabend mit Gesprächsrunde

20:30 Podiumsgespräch

Mit Thomas Grimm (Zeitzeugen TV, Regisseur) und der Zittauer Gewichtheber-Ikone Werner Dittrich, der 1964 an den Olympischen Spielen teilnahm. Moderation Dr. René Wiese (Zentrum deutsche Sportgeschichte).

21:30 Die Kalten Ringe

Im Jahr 1964 finden in Tokio die ersten Olympischen Sommerspiele in Asien statt. So gut wie verloren im Gedächtnis der Gesellschaft ist die Tatsache, dass für die Spiele 1964 in Tokio letztmalig eine gesamtdeutsche Mannschaft antreten musste. Bereits 1956 und 1960 mussten die Deutschen in Ost und West unter Zwang des IOC ein gemeinsames Team bilden. IOC-Präsident Avery Brundage hatte die Vision, dass mit der Kraft des Sports politische Grenzen überwunden werden könnten. Doch mit dem Mauerbau 1961 wurde die bisherige olympische Praxis durch die Realität des Kalten Krieges eingeholt. Der Sport wurde zu einem Spielball der Politik. Es wurde gestritten über Fahnen, Trikots und Hymnen, allein die Zusammenstellung der Olympiamannschaft wurde zu einem Politikum. Es gibt ein Hauen und Stechen, um jeden Platz, um jeden Wettkampf. Dabei ging es um den prestigeträchtigen Posten des Mannschaftsleiters, dem so genannten Chef de Mission. Wer nach den Ausscheidungen die Mehrzahl der Teilnehmer im Team hatte, durfte dieses Amt bekleiden. Selbst in Tokio nimmt das Gegeneinander nicht ab. Die Querelen zwischen Ost und West werden mit in die Olympiastadt genommen. Der Riss geht quer durch die gesamtdeutsche Mannschaft. Die politische Teilung wird nun auch im olympischen Sport mehr als sichtbar.

Die Film-Präsentation ist eine Veranstaltung des Zentrums deutsche Sportgeschichte in Kooperation mit der Stadt Zittau und der Hillerschen Villa. Förderung: Bundeszentrale für politische Bildung.